Die Ordensgeschichte

"Kommt und seht" – so lädt nach dem Johannesevangelium Jesus seine ersten Jünger ein, als sie ihn fragen: „Meister – wo wohnst du?“ Unzählige Frauen und Männer folgen seit der Zeit Jesu dieser seiner Einladung in dem Wunsch, ihm ungeteilt zu dienen. Mitte des 4. Jahrhunderts scharen sich Tausende ernster Gottsucher um den heiligen Antonius, der als Einsiedler in der Wüste Ägyptens lebt. Nur einige Jahre darauf entstehen erste Mönchsgemeinschaften, die sich schon bald die Regel des hl. Benedikt von Nursia zur Richtschnur für ihr Leben machen.

Benedikt wurde um 480 im heutigen Norcia in Umbrien geboren und verstarb 547 in Montecassino. Über das Leben des hl. Benedikt wurde erst später nach seinem Tod berichtet, durch Gregor den Großen (+604) in dem Buch "Die Dialoge".

Benedikt zog sich nach dem Studium in Rom in die Einsamkeit in der Nähe des Klosters Vicovaro zurück. Dort wurde er dann auch für kurze Zeit Abt dieses Klosters, zog sich dann aber erneut in die Einsamkeit einer Höhle in Subiaco zurück. Später gründete er eine erste Mönchsgemeinschaft in Subiaco; lt. Gregor dem Großen soll Benedikt 12 unabhängige Klöster gegründet haben. Auch in Subiaco fand er keine ständige Heimat. Er zog mit einigen Getreuen auf den Monte Cassino (140 km südlich von Rom) und gründete dort erneut ein Kloster, das spätere Mutterkloster der Benediktiner.

Die Regel, die der hl. Benedikt in Montecassino verfasst hat, ist gereift durch die Erfahrung seiner Gott-Suche und seines Umgangs mit klösterlichen Gemeinschaften. Sie basiert auf der Tradition ost- und westkirchlichen Mönchtums, immer den Blick auf das Evangelium als eine frei und froh machende Botschaft. Nach einem Vorwort gibt er in 73 Kapiteln praktische, immer wieder auf die Schrift verweisende Handreichungen für das Leben in Gemeinschaft. Benediktinische Spiritualität weist deshalb drei wesentliche Merkmale auf: Sie nährt sich ganz aus der heiligen Schrift, stellt die Gemeinschaft in den Vordergrund und sorgt sich um das Wohl jedes Einzelnen. Sie beginnt mit dem Wort:

"Höre, mein Sohn, meine Tochter, auf die Weisung des Meisters
und neige das Ohr deines Herzens."

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Kirche der Abtei Marienkron - Innenansicht

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