Spiritualität

Bei unserem gemeinsamen Unterwegssein ist uns die Regel des hl. Benedikt und die Lehre des hl. Bernhard, der durch seinen weiten Geist das monastische Leben bis in unsere Zeit formte, immer wieder eine Hilfe. "Höre"! Es bedarf des Schweigens, um hören zu können. Benedikt sagt sogar im Prolog:

"Neige das Ohr deines Herzens... ".

Im Kloster ist das Organ des Schweigens nicht vor allem die Zunge, sondern das Ohr, das aufmerkt, um das einzige notwendige Wort, Christus, zu erfassen. Ein Wort, das zu uns durch alle Ereignisse hindurch sprechen will, dass sie alle zusammenfasst und ihnen einen Sinn verleiht.

Es gibt viele Darstellungen und Abbildungen des hl. Benedikt, die uns daran erinnern wollen, wie er uns sehen möchte. Er sagt: "Öffnen wir unsere Augen dem göttlichen Licht, und hören wir mit wachem Ohr, wozu uns die Stimme Gottes täglich mahnt" (RB Prolog 10).
Sein Blick zeigt uns ihn oft nach oben gerichtet. Benedikt versteht den Mönch, die Nonne als einen Menschen, der aufschaut, weil er von Gott angeschaut wird. Er tut dies, um nichts zu überhören.

Rede, Herr, mein Ohr und mein Herz sind bereit,
dass ich durch dich und in dir das Leben finde.

Die Stille, das Schweigen, eröffnet uns viele Räume des Staunens, viel Wunderbares dürfen wir dankbar entdecken, genießen und auch feiern. Die Stille in der Tiefe des Lebendigen wird dann nach und nach hörbar. Vieles Sprechen vermindert diese Fähigkeit. Im Kloster geht es nicht zuerst um das Schweigen, sondern um das Gotteslob, um ausschließlich für Ihn zu leben. Die Stille ist eine Hilfe. Isaak von Stella formulierte es in einem Gebet so:

"Denn um einzig mit Dir, Christus, ins Gespräch zu kommen
und mit Dir vertrauter zu werden,
sind wir gezwungen, untereinander zu schweigen."

Unser Leben verfolgt keinen bestimmten Zweck. Wir tun nichts Besonderes. Unser Tun, unsere Arbeit ist nicht die Mitte unseres Lebens. Wir sind einfach "da".
Das Wesentliche in unserem Leben ist, mit Gott zu sein. Jesus sagt zu seinen Jüngern:
"Bleibt in meiner Liebe" Joh 15,10. Dazu sind wir berufen.

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